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Informationen rund um Sterben, Tod und Trauer

Sie haben Fragen zur Bestattung. Wir versuchen hier einen Einblick in im Folgende einige Fragen zum Thema aufzugreifen und zu beantworten:

Wer entscheidet, wie ein verstorbener Angehöriger bestattet wird?

Oft äußern Menschen Wünsche hinsichtlich ihrer Beerdigung. Diese Wünsche sollten nach Möglichkeit auch respektiert werden. Wenn die Bestattungsform im Testament erwähnt ist, müssen Sie sich als Angehörige daran halten. Wenn keine Wünsche geäußert wurden, entscheiden die nächsten Verwandten.

Kann jemand, der nicht in der Kirche war, kirchlich beerdigt werden?

Wer aus der Kirche austritt, erklärt damit auch, dass er auf eine kirchliche Trauerfeier verzichtet. Diesen Wunsch gilt es zu respektieren. Wenn Sie als Angehörige Trost suchen, können Sie sich selbstverständlich trotzdem an uns wenden. Ungetaufte Kinder können auf Wunsch der Eltern kirchlich bestattet werden.

Was ist, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist? (Abdruck eines Gemeindegrußartikels Sept. 2007)
Gründe zur Unzufriedenheit mit der Kirche gibt es wahrscheinlich mannigfach. Nicht jeder Austritt ist Ausdruck einer antikirchlichen oder antichristlichen Haltung und Einstellung. Manchmal ist ein Austritt durchaus Reaktion auf Enttäuschungen oder Verletzungen. Schade nur, dass oft diese Konsequenz gezogen wird, ohne die Situation anzusprechen oder womöglich zu klären. Mitunter ist dieser Schritt die Folge aus einer längst erfolgten inneren Distanzierung. Nun kann man zwar seine Taufe nicht ungeschehen machen (durch die man Kirchenglied wird), aber man kann aus der „Institution“ austreten. Dies wiederum zieht dann aber auch Konsequenzen nach sich, die man möglichst  vor einem solchen Schritt bedenken sollte. Auch solche Fragen dürfen Sie durchaus mit uns Pfarrern gerne besprechen, ohne Angst haben zu müssen, wir würden ja nur versuchen, Sie von diesem Schritt abzuhalten.
Für eine Kirchengemeinschaft bedeutet jeder Austritt natürlich einen Verlust. Ich verstehe eine Kirchengemeinschaft als Glaubens- und Lebensgemeinschaft. Wir teilen Glauben und Leben. Wenn sich jemand dem entzieht, dann schwächt das selbstverständlich die Gemeinschaft. Dies betrifft das Teilen des Glaubens ebenso wie das Teilen der Gaben und dazu gehört auch das Geld – die Kirchensteuer. So tragen die Kirchen in unserem Gemeinwesen auf vielfältige Weise auch gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Auch diese sind durch Austritte gefährdet. Als sehr offensichtliche Beispiele möchte ich hier u. a. die drohende Schließung von Kindergärten anführen oder die Streichung von Pfarrstellen, die Einschränkungen bei sozialen Einrichtungen wie der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle etc.. Ein Austritt hat also durchaus weit reichende gesellschaftliche Konsequenzen.
Auf der anderen Seite kommt es zu persönlichen Folgen: man verliert sein kirchl. Wahlrecht / eine kirchl. Trauung setzt eine Kirchenmitgliedschaft voraus / man kann nicht Pate werden / die Teilnahme am Abendmahl ist eigentlich nicht mehr möglich, gleiches gilt für eine kirchliche Bestattung.
Gerade Letzteres berührt einen sehr heiklen Punkt, der vor allem Angehörige und Pfarrer in große Bedrängnisse und Nöte führen kann. So gilt es zunächst für uns Pfarrer, den Austritt als Willensäußerung eines Verstorbenen dahin gehend zu akzeptieren, dass sich jemand bewusst von der Gemeinschaft der Kirche, ihrem Glauben, ihren Inhalten und Bräuchen abgewandt hat. Ein Ernstnehmen des Verstorbenen macht seine kirchliche Bestattung dann eigentlich unmöglich. Für uns als Pfarrer ist das zunächst einmal der Stand der Dinge. Auf der Seite der Angehörigen aber ist oftmals ein sehr großer und berechtigter Wunsch nach kirchlicher, seelsorglicher Begleitung vorhanden. Dazu gehört dann oft auch der ausdrückliche Wunsch nach einer kirchlichen Bestattung ohne Rücksicht auf den ja bewusst vollzogenen Austritt  des Verstorbenen und die damit verbundene Ablehnung der „kirchlichen Begleitung“.
Nun ist aber eine kirchliche Bestattung dem Grunde nach keine Privatfeier, sondern ein Gottesdienst. Und eben das macht das Spannungsfeld deutlich. Auf der einen Seite ist die Ablehnung kirchlichen Handelns durch den Verstorbenen zu würdigen, auf der anderen Seite der Wunsch der Angehörigen nach angemessener Begleitung in ihrer Trauer. Noch dazu  trifft dies die  Angehörigen in einer Lebenssituation, in der alleine schon das Ansprechen dieser Problematik fast zwangsläufig zu Unverständnis und Verletzungen führt. Ganz abgesehen von dem Zeitdruck, unter dem alle Beteiligten stehen.
In der Trauersituation selbst ist es deshalb äußerst schwierig, solche Fragen noch sachlich zu besprechen und zu klären. Deshalb möchte ich Sie an dieser Stelle höflich, zugleich aber auch sehr dringlich bitten, (wenn Sie denn einen Kirchenaustritt in Erwägung ziehen oder ihn womöglich schon vollzogen haben), auch diese „letzte“ Konsequenz reiflich zu bedenken und dann am besten in der Familie zu besprechen. Vielleicht kann man ja so Missverständnissen vorbeugen. Im eingetretenen Trauerfall können wir den Angehörigen die Klärung der Problematik leider nicht ersparen, wenn Sie selbst nicht vorher für Klarheit gesorgt haben. Ich bitte an dieser Stelle ausdrücklich um Verständnis. Angesichts der seelsorglichen Verantwortung den Angehörigen gegenüber verschließen wir uns nicht generell  einer Bestattung Ausgetretener; aber sie kann und sollte aus oben genannten Gründen auch nicht einfach stillschweigend vorausgesetzt werden, weil man sonst vor allem der Entscheidung des Verstorbenen nicht gerecht wird.
Ich erlaube mir abschließend die Bemerkung, dass ich es nicht aufrichtig finde, wenn man auf der einen Seite aus der Kirche austritt, auf der anderen Seite aber stillschweigend davon ausgeht, das hätte keine Konsequenzen bzw. die Konsequenzen den Angehörigen und Pfarrern auflädt. Es kann nicht sein, dass ich als Pfarrer in Erklärungszwänge gerate, weil ich einen Sachverhalt ernst nehme, den die/der Ausgetretene geschaffen und gewollt hat.
Im Bewusstsein ein sehr heikles Thema angesprochen zu haben, bitte ich um Ihr Verständnis. Sie können mich (uns Pfarrer) gerne darauf ansprechen. Ihr Pfr. Martin Braukmann, Tel.: 571043

Gibt es eine ökumenische Bestattung?

Nein. Eine Bestattung erfolgt in der Regel in der eigenen Konfession, kann aber auch mit einem Vertreter einer anderen christlichen Kirche bzw. Konfession durchgeführt werden.

Kann jemand, der Selbsttötung begangen hat, kirchlich bestattet werden?

Ja, eine Selbsttötung ist kein Hinderungsgrund mehr für eine kirchliche Bestattung.